Alterungsrückstellungen

Alterungsrückstellungen⎜KVA+ Ratgeber

Warum gibt es Alterungsrückstellungen in der privaten Krankenversicherung (PKV)?

Krankenversicherungsverträge werden auf Lebenszeit kalkuliert. Mit steigendem Alter steigt erfahrungsgemäß auch die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen eines Versicherten. Während die gesetzliche Krankenkasse diese Problematik mithilfe des Solidaritätsprinzip im Umlageverfahren löst, arbeitet die private Krankenversicherung (PKV) mit dem Äquivalenzprinzip, einem Kalkulationsverfahren dabei werden sogenannten Alterungsrückstellungen gebildet. Durch die Bildung von Alterungsrückstellungen können die mit dem zunehmenden Alter entstehenden Kosten abgefedert werden.

Was sind Alterungsrücktellungen?

Krankenversicherungsverträge werden auf Lebenszeit angelegt. Durch das im Alter steigende Krankheitsrisiko enthält die Beitragskalkulation bereits Rückstellungen. Diese Rückstellungen werden in der privaten Krankenversicherung (PKV) Alterungsrückstellungen genannt. Verträge, die nach dem 01. Januar 2009 geschlossen wurden, enthalten bereits eine gesetzlich geregelte „Mitgabe“ für Alterungsrückstellungen, allerdings ist diese begrenzt. Bei einem Versicherungswechsel werden Rückstellungen, wie sie für eine Umstellung in den Basistarif auf Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung erforderlich wären, auf den neuen Versicherer übertragen.

Wann werden die gebildeten Überschüsse verwendet?

Die zusätzlich geschaffenen Mittel werden je nach Tarif im Alter ab einem bestimmten Lebensjahr zur Vermeidung oder Verminderung von Beitragserhöhungen bzw. können im höheren Alter sogar zur Beitragssenkung verwendet werden. 

Wieso muss ich als privat Versicherte Person die 10 % Beitragszuschlag entrichten?

Nach der oben beschriebenen Modellrechnung (unter Annahme bestimmter gleichbleibender Steigerungssätze) soll der Zuschlag, den ein Versicherter von seinem 22. und bis zu seinem 60. Lebensjahr entrichtet, zusammen mit den von den Versicherern eingesetzten Mitteln zur Beitragsstabilität ausreichen, um die Beiträge ab dem 65. Lebensjahr unter steigendem Bedarf aufgrund medizinischem Fortschritt grundsätzlich konstant halten. Je nach Vorversicherungszeit und Kostenentwicklung ist ab dem 80. Lebensjahr sogar eine Beitragssenkung möglich. Eine vorherige Beitragssenkung erlaubt der Gesetzgeber nicht.

Was ist der gesetzliche Beitragszuschlag nach §149 VAG?

Seit dem 01. Januar 2000 schreibt der Gesetzgeber zur Beitragsstabilisierung ab dem 65. Lebensjahr einen Zuschlag vor. Dieser Zuschlag soll den medizinischen Fortschritt und die damit verbundene Kostensteigerung im Gesundheitswesen weitestgehend auffangen. Von jedem neuen Mitglied der PKV wird ein gesetzlicher Beitragszuschlag in Höhe von 10 % entrichtet mit dem Ziel, den Beitrag bei entsprechend langer Vorversicherungszeit ab dem 65. Lebensjahr konstant zu halten. Versicherte, die am 1.1.2000 bereits in der PKV versichert waren, konnten sich freiwillig für den gesetzlichen Zuschlag entscheiden (Widerspruchsrecht). 

Wie werden Alterungsrückstellungen kalkuliert?

Der Beitrag in der privaten Krankenversicherung wird über die gesamte Versicherungsdauer so kalkuliert, dass er in jungen Jahren oberhalb der durchschnittlich zu erwartenden Ausgaben je Versicherten und in späteren Jahren darunter liegt. Der sich in jungen Jahren ergebende Mehrbeitrag wird in der sogenannten Alterungsrückstellung verzinslich angelegt. Wenn in späteren Lebensjahren die tatsächlichen Ausgaben für Gesundheitsleistungen über dem Beitrag liegen, wird die Differenz durch Entnahme aus den Alterungsrückstellungen des Versichertenkollektivs finanziert.

Sind Alterungsrückstellungen für Versicherer oder den Versicherten von Vorteil?

Sowohl für den Versicherer als auch für den Versicherungsnehmer sollen unerwünschte Konsequenzen durch die Bildung von Alterungsrückstellungen vermieden werden. Unter der Annahme, dass auch in Zukunft gleichbleibender Kostenverhältnisse für die gesamte künftige Dauer des Versicherungsverhältnisses ein gleichbleibender Betrag festgesetzt wird.

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