Beitragsanpassung

Beitragsanpassung⎜KVA+ Ratgeber

Wieso muss ich für meine private Krankenversicherung (PKV) auf einmal mehr bezahlen?

Die vereinbarten Leistungen in einem privaten Krankenversicherungsvertrag sind dem Versicherten vertraglich zugesichert. Um die vereinbarten Leistungen dauerhaft zu sichern, bleibt der privaten Krankenversicherung nur die Möglichkeit, die Beiträge im Zuge einer Beitragsanpassung auszugleichen. Gründe für eine Beitragsanpassung können der medizinische Fortschritt oder neue Behandlungsmethoden / Medikamente sein. Auch eine steigende Lebenserwartung kann dazu führen, dass höhere Altersrückstellungen gebildet werden müssen. Ein weiterer Faktor ist das geringe Zinsniveau. Alle diese Veränderungen bedeuten jedoch auch eine Erhöhung der Leistungen für den Versicherten.

Müssen ausschließlich privat Krankenversicherte (PKV) mehr bezahlen?

Nein! Bei den gesetzlichen Krankenkassen werden oftmals die Leistungen gesenkt, die Beiträge erhöht und staatliche Zuschüsse eingesetzt. Privatversicherte hingegen behalten den vertraglich festgelegten Leistungsanspruch und profitieren zusätzlich von Vorteilen, die durch den technischen Fortschritt entstehen. 

Gibt es rechtliche Vorgaben für eine Beitragsanpassung der PKV?

Das Versicherungsaufsichtsgesetz gibt den privaten Krankenversicherungen vor, die ursprünglich kalkulierten Leistungen mit den jährlich erforderlichen Leistungen zu vergleichen. Dieser Vergleich erfolgt nicht für die einzelnen Tarife, sondern für sogenannte Beobachtungseinheiten (Kinder, Jugendliche und Erwachsene). Anhand dieser Kalkulation kann eine Beitragserhöhung/ Beitragsanpassung oder eine Beitragssenkung gerechtfertigt werden. 

Wer kontrolliert die PKV Unternehmen und deren Beitragsanpassungen?

Die Kontrolle der oben beschriebenen Kalkulationen erfolgt durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die Verantwortlichkeit der Kalkulationserstellung liegt bei den privaten Krankenversicherungen. Diese Kalkulationen werden jährlich an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und einen unabhängigen mathematischen Treuhänder weitergeleitet. Erst wenn der Treuhänder nach einer abschließenden Kontrolle der Beitragsanpassung zustimmt, kann diese von der privaten Krankenversicherung umgesetzt werden. Der Treuhänder wird von der BaFin beaufsichtigt.

Können die Beiträge im Zuge einer Beitragsanpassung auch sinken?

Ist eine dauerhafte Verringerung der Beiträge ersichtlich, senken die Versicherungsunternehmen die Beiträge. In der Vergangenheit war dies bereits im Bereich der Pflegeversicherung der Fall. Auch in den privaten Krankenversicherungstarifen konnten in der Vergangenheit bereits Preise gesenkt werden.

Hat die Corona Pandemie Auswirkungen auf die Beitragsanpassung der PKV 2021?

Die Beitragsanpassung zum 01.01.2021 beruht auf den Kalkulationsdaten aus dem Jahr 2019. Eine sichere Zukunftsprognose ist zum jetzigen Entwicklungsstand noch nicht möglich. Nach Aussage der Bundesregierung (Drucksachen 19/20479 und 19/19946) und den Aussagen von verschiedenen PKV-Unternehmen führen die veränderten Ausgaben im Gesundheitswesen durch COVID-19 nicht zu einer Beitragsanpassung in 2021. 

Anders ausgedrückt: Es kommt weder zu Beitragserhöhungen noch zu Beitragssenkungen durch Corona, die PKV ist nicht durch Corona belastet und gleichzeitig kein Krisengewinner.

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