Beitragserhöhung in der privaten Pflegeversicherung 2022

PKV Corona-Zuschlag in der privaten Pflegepflichtversicherung 2022

Vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 erfolgt eine befristete Beitragserhöhung in der privaten Pflegeversicherung. Diese Beitragsanpassung ist eine Folge der Corona Pandemie und wird daher auch als Corona-Zuschlag der PKV Pflegeversicherung bezeichnet. Was hinter der Beitragsanpassung steckt, wie hoch diese ausfällt, für wen diese gilt sowie alle weiteren wichtigen Informationen und Antworten auf ihre Fragen finden Sie hier.

Warum gibt es eine Beitragserhöhung in der privaten Pflegeversicherung?

Grundsätzlich dient die Beitragsanpassung dazu die Mehraufwendungen der privaten Pflegeversicherer in Höhe von 480 Millionen €, die in Folge der Corona-Pandemie entstanden sind, zu kompensieren. Hierfür hat der Gesetzgeber den PKV-Unternehmen gemäß § 110 a SGB XI das Recht gegeben, einen befristeten Pandemie Aufschlag der Pflegepflichtversicherung zu erheben.

Wieso wurden die PKV-Unternehmen mit einer Mehrbelastung konfrontiert?

Die Corona-Pandemie hat fast alle Sektoren der Wirtschaft vor Herausforderungen gestellt. So hat und hatte auch das Gesundheitssystem und alle in diesem Sektor agierenden Akteure mit den Auswirkungen und Folgen der Pandemie zu kämpfen. Auch quantitativ und monetär lassen sich die Konsequenzen des Corona-Virus im Gesundheitssektor aufzeigen: 

So stiegen die Ausgaben der PKV Unternehmen in der Pflege durch Corona 2020 und 2021 um circa 530 Millionen €. Bei den gesetzlichen Krankenkassen (die rund 90% des Krankenversicherungsmarktes ausmachen) beziffert sich diese Zahl bis Ende Juni 2021 auf 3,8 Milliarden Euro, ohne Kosten für Tests und Corona-Prämien. Grund für diese erheblichen Mehrausgaben in der Pflege liegen einerseits in dem besonders gefährdeten Personenkreis der Pflegebedürftigen sowie andererseits in den durch Corona stark belasteten Pflegeeinrichtungen.

Wie hoch sind die Mehrausgaben und wie werden diese ausgeglichen?

Zur Sicherung der Versorgung wurde von der Bundesregierung ein Pflege-Rettungsschirm aufgespannt, an dessen Finanzierung sich die privaten und gesetzlichen Krankenversicherung beteiligt haben. Bei der privaten Pflegeversicherung ist so durch den Pflege-Rettungsschirm und Corona-Testverordnung insgesamt zwar die bereits erwähnte Mehrbelastung von knapp 530 Millionen € entstanden. Gleichzeitig wurde die Pflegeversicherung der PKV-Unternehmen aber auch durch die reduzierte Inanspruchnahme von Leistungen durch Kunden um rund 50 Millionen € entlastet. Somit beläuft sich die zusätzlich entstandene Mehrbelastung der PKV Pflegepflichtversicherung durch den Pflege-Rettungsschirm auf 480 Millionen Euro. Zum Ausgleich dieser Mehrausgaben dient nun der Corona-Zuschlag.

Was ist der Pflege-Rettungsschirm und wozu dient er?

Der Rettungsschirm dient zum Ausgleich und der Finanzierung der zusätzlichen, außerordentlichen Aufwendungen und Belastungen, die den Pflegediensten- und Einrichtungen in Folge der Pandemie begegnet sind.

An welchen Stellen sind Mehrbelastungen entstanden?

Der Pflege-Rettungsschirm dient vor allem zum Ausgleich und Finanzierung von:

  1. Rückgang der Einnahmen der Heime und ambulanten Pflegedienste, durch Minderbelegungen- und Auslassungen durch Angst vor Ansteckung

  2. Zusätzliche und höhere Personalkosten

  3. Kauf von Schutzausrüstungen und Corona-Tests

Wie hoch ist der PKV Corona-Zuschlag in der privaten Pflegepflichtversicherung 2022?

Der Zuschlag bewegt sich im einstelligen Euro-Bereich, unterscheidet sich im Betrag jedoch für Versicherte mit und ohne Beihilfeanspruch.

Für Versicherte ohne Beihilfeanspruch (PVN und PVS Tarife)

Monatlicher Zuschlag in Höhe von 3,40€. Aufgrund der Befristung des Zuschlages führt dies zu einer Mehrbelastung von insgesamt knapp 41€ im Jahr 2022. Bei Versicherten in einem Anstellungsverhältnis übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte des Zuschlages.

Für Versicherte mit Beihilfeanspruch (PVB Tarife)

Monatlicher Zuschlag in Höhe von 7,30€. Durch die Befristung des Zuschlages auf 2022 beläuft sich die Mehrbelastung damit auf 88€.

Wieso ist der Corona-Zuschlag für Beamte und Angehörige höher?

Der Corona-Zuschlag für Beihilfeberechtigte beträgt mit 7,30€ mehr als das Doppelte als für Versicherte ohne Beihilfeanspruch (3,40€). Ursächlich hierfür sind gesetzliche Vorgaben. So ist es vorgesehen, dass die Kosten des Pflege-Rettungsschirm nach der Anzahl der Leistungsempfänger in der Pflegeversicherung verteilt werden. Die größte Gruppe machen dabei mit rund 75% aller Leistungsempfänger in der privaten Pflegeversicherung dabei Beihilfeberechtigte aus. Daher muss diese Gruppe auch den größten Teil der Corona-Mehrausgaben tragen.

Für wen gilt der Corona-Zuschlag?

Vom Corona-Zuschlag und der damit verbundenen Beitragsanpassung sind betroffen:

  • Alle mit und ohne Beihilfeanspruch Versicherten in der privaten Pflegepflichtversicherung
  • Alle nicht beitragsfrei Mitversicherten wie Studierende, Fach- und Berufsschüler/Innen sowie Praktikanten/Innen
  • Anwartschaften, in denen Altersungsrückstellungen gebildet werden
  • Beitragspflichtige Kinder

Wer ist nicht von der Beitragserhöhung in der privaten Pflegepflichtversicherung betroffen?

  • Beitragsfreie Kinder
  • Anwartschaften, in denen keine Alterungsrückstellungen gebildet werden
  • Hilfebedürftige nach SGB II oder SGB XII (Privatversicherte mit Anspruch auf Arbeitslosengeld, die Grundsicherung für Arbeitssuchende haben oder die durch den Zuschlag hilfebedürftig würden)
  • Versorgungsempfänger nach § 27 BVG (Kriegsgeschädigte)

Wieso erfolgt kein Corona-Zuschlag der gesetzlichen Pflegeversicherung?

Die gesetzlichen Pflegekassen erhalten einen direkten Zuschlag vom Bund in Höhe von 1 Milliarde € und dürfen aus diesem Grund keine Beitragsanpassung durchführen.

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