Fragen zur Corona-Impfung für Privatversicherte

Fragen zur Corona-Impfung für Privatversicherte

Wir haben die wichtigsten Fragen zur Corona-Impfung für Privatversicherte zusammengefasst. Erfahren Sie in unserem Beitrag wann und wo Sie sich impfen lassen können und welche Nachweise Sie benötigen.

Wer wird geimpft?

Gibt es Unterschiede zwischen privat und gesetzlich Versicherten?

Grundsätzlich besteht für alle Personen ein Impfanspruch, die gesetzlich oder privat versichert sind oder die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland haben. Die Regelungen hinsichtlich des Anspruchs, der Durchführung und der Kostenübernahme für die Impfung gegen das Coronavirus sind somit unabhängig vom Versicherungsstatus.
Der für alle Menschen geltende Anspruch ist dabei lediglich als Berechtigung zu betrachten, die Impfung gegen das Coronavirus ist freiwillig.

Was kostet die Impfung?

Die Corona-Impfung ist für gesamte Bevölkerung kostenlos. Daher entstehen auch für Privatversicherte keine gesonderten kosten. Ebenso erfolgt keine Rechnungsausstellung und die Kosten müssen folglich nicht bei der Versicherung eingereicht werden. Grund hierfür ist der Umstand, dass die Impfung nicht von den Krankenkassen finanziert wird, sondern vom Bundesministerium. 

Die impfenden Praxen rechnen zwar mit der kassenärztlichen Vereinigung der einzelnen Bundesländer ab, bekommen die Kosten jedoch vom Bundesamt für soziale Sicherung erstattet. Dem Bund kommt damit neben der Aufgabe der Beschaffung und der Verteilung auch die Finanzierung aller in Deutschland zum Einsatz kommenden Impfstoffe zu.

Gleiches gilt im Übrigen auch für die Bürger-Corona-Schnelltests in Testzentren. Auch diese werden vom Bundesministerium finanziert und sowohl für gesetzlich als auch privat Versicherte kostenlos. Diese dürfen, entgegen der Auffassung vieler täglich kostenfrei in Anspruch genommen werden (Informationsstand: 14. April 2021).

Wo kann ich mich impfen lassen?

Die Impfungen finden derzeit in den ca. 440 deutschlandweit ausgewiesenen Impfzentren durch mobile Impfteams sowie seit dem 6. April in vertragsärztlichen Arztpraxen (sog. Kassenärzten) statt.

Gibt es Corona-Impfungen für Privatversicherte in rein privatärztlichen Praxen?

Nein, derzeit (Stand April 2021) können Privatversicherte, die Patienten in rein privatärztlichen Praxen (ohne vertragsärztliche Versorgung) sind, in diesen noch nicht geimpft werden. Dennoch können auch diese Patienten eine kostenlose Impfung erhalten: in Impfzentren, durch mobile Impfteams, in vertragsärztlichen Arztpraxen oder in Arztpraxen, die von einem Impfzentrum beauftragt wurden.
Der Grund für die Begrenzung auf vertragsärztliche Praxen ist die Allgemeinverordnung des Bundesministeriums vom 31. März, wonach Apotheken angewiesen sind „Impfstoffe gegen Covid-19 ausschließlich an die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Arztpraxen abzugeben“. Begründet wird diese Anweisung mit der derzeit noch begrenzten Liefermenge. Sobald die Impfstoffmangel ansteigen, ist jedoch zu erwarten und wird auch vom PKV-Verband unterstützt, dass auch Privatärzte/Innen in die Impfkampagne eingebunden werden.

Wie können Privatversicherte eine Corona-Impfung erhalten?

Privat Versicherten stehen die gleichen Möglichkeiten wie gesetzlich Versicherten zu, eine Impfung zu erhalten. Hier finden Impfungen statt:

  1. In Impfzentren
  2. mit mobilen Impf-Teams (z.B. in Pflegeheimen)
  3. In Arztpraxen, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen
  4. In Arztpraxen, die von einem Impfzentrum beauftragt wurden
  5. Von Betriebsärzten und -Ärztinnen (z.B. im Krankenhaus)

Die Impfberatung sowie die Ausstellung des ärztlichen Attests als Nachweis für den Anspruch kann auch durch Privatärzte, die nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, erfolgen.

Wann erhalten Privatversicherte die Corona-Impfung?

Gesetzlich Versicherte und Privatversicherte haben der Corona-Impfreihenfolge folgend den gleichen Anspruch auf eine Impfung. Um die Anzahl schwerer Verläufe und Sterbefälle durch das Coronavirus möglichst schnell zu reduzieren, hat das Bundesministerium der Empfehlung der ständigen Impfkommision beim Robert-Koch-Institut folgend die Reihenfolge der Impfungen festgelegt. Danach haben die sogenannten Risikogruppen, die nach drei Kategorien (Höchste, Hohe und erhöhte Priorität) priorisiert wurden, Vorrang.
Weitere Informationen zur Impfreihenfolge und der Zuordnung zu den Priorisierungsgruppen können auf der Website des Bundesministeriums unter folgendem Link eingesehen werden: 

https://www.zusammengegencorona.de/impfen/basiswissen-zum-impfen/impfreihenfolge/#faqitem=931c87a2-7ade-5658-86f1-8643df38b888

Wie erhalten Personen mit Impfanspruch einen Impftermin?

Besteht gemäß der Impfreihenfolge der Anspruch auf eine Corona-Impfung so gibt es zwei Möglichkeiten, einen Termin zu erhalten:

  1. Über die Impfzentren: die Vergabe für diese Termine werden von jedem Bundesland individuell geregelt. Informationen zu der Terminvereinbarung in den einzelnen Bundesländern gibt es unter folgendem Link des Patientenservices sowie auf der Internetseite der Bundesländer:
    https://www.116117.de/de/corona-impfung.php
  2. In Arztpraxen: Die Terminvergabe wird von den impfenden Praxen selbstständig geregelt. Diese informieren Patienten und Patientinnen, die Anspruch auf eine Impfung haben, telefonisch oder online. Auch besteht die Möglichkeit, bei impfenden Praxen nachzufragen, falls Sie trotz eines bestehenden Anspruchs bisher nicht informiert wurden.

 

Welcher Nachweis muss für die Impfung erbracht werden?

Besteht aufgrund der Impfreihenfolge der Anspruch auf eine Corona-Impfung, muss dieser im Impfzentrum oder bei den mobilen Impfteams nachgewiesen werden. Als Nachweis gilt:

  • Personalausweis oder ein anderer Lichtbildausweis
  • Ärztliches Zeugnis bei Menschen mit chronischen Erkrankungen
  • Bei Bewohnern von Einrichtungen erfolgt der Nachweis durch die entsprechende Institution
  • Kontaktpersonen benötigen die Bestätigung der betreuten oder schwangeren Person

Erfolgt die Impfung in einer Arztpraxis, so ist kein Nachweis erforderlich.